Was ist Soziologie? – Soziologie ist die allgemeine Wissenschaft von den sozialen Phänomenen. Ihre Gegenstände reichen von elementaren sozialen Beziehungen über Gruppen, Netzwerke, Organisationen und Nationalgesellschaften bis hin zu den Prozessen und Strukturen der Weltgesellschaft. Mit diesem großen Spektrum von Phänomenen ist die Soziologie weitaus weniger spezialisiert als andere Sozialwissenschaften. Sie verfügt über ein großes Arsenal von Forschungsmethoden und theoretischen Ansätzen, um den Besonderheiten all ihrer Gegenstände gerecht zu werden. Die Soziologie ist ein theorie- und methodenpluralistisches Fach. Ihre innere Vielfalt macht das Studium der Soziologie spannend, verlangt den Studierenden aber auch stetige Perspektivenwechsel ab. Die Soziologie ist ein anspruchsvolles Studienfach, für das Sie vielseitige Interessen und einen regen Geist mitbringen sollten! Sie benötigen Einfühlungs- genauso wie Abstraktionsvermögen, Leselust genauso wie Mathematikkenntnisse, einen neugierigen Beobachtergeist genauso wie analytisches Denken, ein Verständnis der Sprache der „einfachen Leute“ genauso wie englischsprachiger Fachliteratur. Doch keine Angst: Wir schulen Sie in diesen Fähigkeiten!

Das Soziologiestudium wird an der JGU Mainz als grundständiger Bachelorstudiengang im Kern- und Beifach angeboten. Darauf aufbauend lässt sich der Masterstudiengang „Soziologie: theoretische und empirische Forschung“ anschließen.

Eine Besonderheit ist die mehrgleisige Methodenausbildung. Im Bachelorstudiengang werden sowohl quantitativ-statistische als auch qualitativ-interpretative Methoden der Sozialforschung gelehrt. Dabei besteht zusätzlich die Möglichkeit eine dieser beider Methodenausrichtungen oder auch eine Kombination derselben zu vertiefen. Im Masterstudium wird eine Spezialisierung auf einen der Bereiche fortgeschrieben und ebenfalls ein kombiniertes Methodenstudium ermöglicht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Methoden der Netzwerkanalyse und der Simulation zu erlernen.

Das Soziologiestudium in Mainz ist durch ein breites Angebot attraktiver und zeitgemäßer gegenstandsbezogener Soziologien gekennzeichnet, die im Bachelorstudiengang in Orientierungs- und Vertiefungsmodulen gelehrt werden. Derzeit gibt es acht Spezialisierungen, die jeweils einem unserer acht Arbeitsbereiche entspringen. Im Masterstudiengang besteht die Möglichkeit einer theoretisch-inhaltlichen Profilierung in Ergänzung zur methodischen Spezialisierung anhand der folgenden Profile: Diversität und Differenz, Medien und Wissen, Wirtschaft und Kultur.

Menschen kennen sich aus und verstehen sich auf etwas; und Organisationen nutzen sachliches und technisches Wissen zur Bearbeitung von Menschen und Dingen. Der Arbeitsbereich erforscht diese Wissensprozesse an verschiedenen Orten der Gesellschaft: Schule und Hochschule, Physik und Robotik, Verteidigungskräfte, Esoterik und Endlagerforschung. Empirisch nutzt er qualitative Forschungsmethoden sowie verschiedene Theorieansätze.

Familie bedeutet Geborgenheit, Vertrautheit, aber auch Unterstützung und Hilfe. Sie ist ein privates soziales Netz mit engen Bindungen, in dem mehrere Generationen füreinander sorgen und Verantwortung übernehmen. Der Arbeitsbereich analysiert diese sozialen Verbindungen. Welche Rolle spielt das Netzwerk Familie tatsächlich, wann ist es in welcher Weise wirksam, wie verändert es sich über den Lebensverlauf hinweg?

Der Arbeitsbereich forscht auf der Basis von Interaktions- und Praxistheorien zu Fragen der Humandifferenzierung: Das ist die Unterscheidung in „Geschlechter“, „Rassen“, Altersklassen, Nationen, Konfessionen usw. Diese Fragen werden mit Methoden der qualitativen Sozialforschung (ethnografisch, interaktions- und diskursanalytisch) in diversen Praxisfeldern – Paarbeziehungen, Schwangerschaft und Tod, Lesen und Träumen, körperliche Mobilität etc. – untersucht.

Der menschliche Körper ist ein sozialer Gegenstand: Gesellschaftliche Strukturen, Prozesse und Diskurse schreiben sich in den Körper ein, formen ihn und prägen, wie Körper betrachtet und behandelt werden. Daneben wird soziale Wirklichkeit auch in körperlichen Praktiken produziert und leiblich erlebt. Die Juniorprofessur untersucht diese doppelte „Verkörperung“ von Gesellschaft.

Der Arbeitsbereich untersucht die Sozialstrukturen und Kulturen moderner westlicher Gesellschaften. Die Sozialstrukturanalyse beschäftigt sich mit der Frage, wie wertvolle Ressourcen, Positionen und Handlungsgelegenheiten in der Bevölkerung (ungleich) verteilt und in persönliche Netzwerke eingebettet sind. Eng verzahnt damit richtet sich die Kulturanalyse auf ethische Überzeugungen, ästhetische Präferenzen und Lebensstile in der Gesellschaft.

Der Arbeitsbereich untersucht das Zusammenspiel von Medien- und Gesellschaftswandel. Dabei kann es um die Konsequenzen sozialer Medien, den Kulturwandel durch Künstliche Intelligenz oder die Digitalisierung von und durch Organisationen gehen. Gesellschaftstheoretisch interessiert uns die Veränderung von Kommunikation durch Technik, das Zusammenspiel struktureller und kultureller Differenzierungen sowie die Bedeutung gesellschaftlicher Zukunftsentwürfe.

Neue Technologien und Innovationen stellen Institutionen der gesellschaftlichen Planung, Steuerung und Koordination vor große Herausforderungen, da sie als zukünftiges neues Wissen und Handeln weder vorhersagbar noch verfügbar sind. Der Arbeitsbereich analysiert und erklärt die gesellschaftlichen Handlungs- zusammenhänge rund um Genese, Strukturen und Folgen von Technologien und Innovationen. Dabei erfordert die hohe Komplexität des Gegenstands innovative Methoden.

In Lehre und Forschung setzt der Arbeitsbereich inhaltliche und methodische Schwerpunkte. Inhaltlich geht es um das soziale Handeln in den Bereichen Arbeit und Wirtschaft, um dessen Formen, Voraussetzungen und Folgen sowie den Wechselwirkungen mit anderen Bereichen. Methodisch stehen Verfahren der quantitativen Sozialforschung und Statistik im Vordergrund, deren Grundausbildung auch vom Arbeitsbereich geleistet wird.

Jährlich besuchen rund 13.000 Schüler:innen den Tag der offenen Tür an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), um einen umfassenden Einblick in das Studienangebot und das Campusleben zu erhalten. Während dieses besonderen Events haben die jungen Besucher:innen die Möglichkeit, sich in fachspezifischen Einführungsveranstaltungen über die verschiedenen Studiengänge, wie zum Beispiel die Soziologie, zu informieren. Hierzu gehören auch spezielle Einführungsvorträge in die Soziologie, die den Interessierten einen ersten Überblick über die zentralen Themen, Forschungsfelder und Berufsperspektiven dieses Studienfachs bieten.

Neben den Vorträgen können die Schüler:innen an regulären Lehrveranstaltungen teilnehmen, um einen authentischen Eindruck vom universitären Alltag zu gewinnen. Ein besonderes Highlight des Tages ist das spannende Rahmenprogramm auf der Bühne, das Themen rund um die Studienwahl, das Studieren in Mainz und die Berufsperspektiven nach dem Studium beleuchtet. Diese Programmpunkte helfen den Besucher:innen, eine fundierte Entscheidung für ihren weiteren Bildungsweg zu treffen.

Am Pavillon des Studienfachs Soziologie haben die Schüler:innen die Möglichkeit, sich in persönlichen Gesprächen über das Studienfach beraten zu lassen. Hier stehen Mitarbeiter:innen, Lehrende wie Professor:innen und/oder Studierende der Soziologie bereit, um alle Fragen zum Studium, den Inhalten und den Zukunftsaussichten zu beantworten. Diese direkte Interaktion ermöglicht es den Interessierten, einen umfassenden Eindruck vom Fach zu gewinnen und wertvolle Einblicke in den Studienalltag zu erhalten.

Zusätzlich zu den fachspezifischen Angeboten gibt es zahlreiche fächerübergreifende Vorträge und Beratungsangebote, die umfassende Informationen zu den Themen Internationales, Zusatzqualifikationen und das Campusleben an der Uni Mainz bieten. Hier erfahren die Schüler:innen alles Wissenswerte über Möglichkeiten wie Auslandsaufenthalte, internationale Abschlüsse, das Erlernen von Fremdsprachen oder die Möglichkeit, eine Berufsausbildung an der Universität zu absolvieren.

Ist die Soziologie wirklich das richtige für mich? Passt sie zu meinen Interessen, Fähigkeiten und Vorlieben? Entspricht sie meinen Erwartungen und Vorstellungen? Unsere Schnuppertage geben die Antwort!

Hier lernen Sie die Mainzer Soziologie aus nächster Nähe kennen, erhalten einen Einblick in den Unialltag und kommen ins Gespräch mit Studierenden und Dozent:innen.

Während unserer Schnuppertage erhalten Sie Erfahrungen aus erster Hand, können die Studienfachberatung zu Inhalten, Aufbau, Voraussetzungen und Gestaltungsmöglichkeiten oder Auslandsaufenthalten des Studiums sowie späteren Berufsfeldern befragen und erhalten durch den Besuch einer Vorlesung einen direkten Einblick in den Unialltag.

Der BA Studiengang Soziologie ist in Kern- und Beifach zulassungsfrei.
Der MA Studiengang ist zulassungsfrei.

Bei der Bewerbung für einen Studienplatz an der JGU (auch bei einem Fachwechsel) müssen Sie angeben, auf welches Fachsemester Sie sich bewerben. Sofern Sie bereits Leistungen erbracht haben, die zu einer Einstufung in ein höheres Fachsemester führen könnten, benötigen Sie daher bereits vor der Bewerbung für den Fach- oder Hochschulwechsel die Information, in welches Fachsemester Sie eingestuft werden.
Die Einstufung erfolgt aufgrund der bereits erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen. Wenn Sie bis zur Bewerbungsfrist eine Beratung zum Fach- oder Hochschulwechsel wünschen, wenden Sie sich spätestens eine Woche vor dem Bewerbungsschluss an das Studienbüro Soziologie unter: studienbuero.soziologie@uni-mainz.de.

Informationen zum Bewerbungsverfahren

Für besonders zielorientierte und begabte Schülerinnen und Schüler gibt es an der JGU die Möglichkeit eines Frühstudiums. Am Institut für Soziologie können reguläre Lehrveranstaltungen besucht, Prüfungen abgelegt und Leistungsnachweise erworben werden, die später im Studium anerkannt werden.

Ein Frühstudium in Soziologie steht allen Schülerinnen und Schülern offen. Viele Studienfächer wie Physik, Mathematik, Deutsch, Englisch oder Sport sind bereits aus der Schule bekannt, die Soziologie ist dabei nicht so sehr mit dem Schulfach Sozialkunde (oder auch Sozialwissenschaften) verwandt, wie der Name vermuten lässt. Während Sozialkunde im Grunde am Institut für Politikwissenschaften gelehrt wird, besteht das Fach Sozialwissenschaften häufig aus einer Kombination von Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften oder auch Erziehungswissenschaft.

Neben den an der JGU angebotenen Schnuppertagen und dem Tag der offenen Tür bietet ihnen ein Frühstudium die Möglichkeit, das Fach und das Uni-Leben über einen längeren Zeitraum kennenzulernen. Sie besuchen reguläre Veranstaltungen und können bereits Leistungen erbringen, die Sie in ein späteres Studium der Soziologie einbringen können.

Hier gibt es ausführliche Informationen zu den Möglichkeiten des Frühstudiums:

Die Soziologie gehört nicht zu den Studienfächern, die auf ein klar umrissenes Berufsfeld hinführen. Anders als es manche Legenden der Vergangenheit glauben machen, gehört die Soziologie auch nicht zu den Studienfächern mit schlechten Arbeitsmarktchancen. Unter Taxifahrern findet man nicht sonderlich viele Soziologen!

Absolventinnen und Absolventen der Soziologie arbeiten in zahlreichen Berufsfeldern: beispielsweise in der Sozial-, Markt- und Meinungsforschung, im Projektmanagement, Consulting, Marketing, Personalwesen, Journalismus und Verlagswesen, in der öffentlichen Verwaltung, in Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen, im Bildungs- und Kulturbereich und natürlich auch in der Wissenschaft. Absolventenstudien zufolge sind Soziologen und Soziologinnen überwiegend ausbildungsangemessen und selten unterwertig beschäftigt und beziehen Gehälter, die im Durchschnitt aller universitären Studienabschlüsse liegen.

Berufsrelevante Kompetenzen, die im Studium direkt vermittelt werden, sind etwa Methoden der quantitativen und qualitativen Sozialforschung, gegenstandsbezogenes Wissen sowie eine theoretische Schulung in Perspektivenwechseln. Darüber hinaus ist es ein spezifischer Arbeits- und Denkstil, der im Soziologiestudium eher implizit vermittelt wird, der Ihnen aber in vielen Berufsfeldern zu Gute kommt. Im Soziologiestudium wird nicht primär Lehrbuchwissen gepaukt, sondern reflektiertes, multiperspektivisches, kreatives, problemlösungsorientiertes und selbstständiges Arbeiten gefördert! Dies sind Kompetenzen, die in der Ökonomie der modernen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft hoch im Kurs stehen.

Sie wollen wissen wie das Mainzer Institut für Soziologie von unseren Studierenden bewertet wird?

Im CHE-Ranking finden Sie eine Antwort:

Schauen Sie sich auch gern an, was genau unsere Studierenden zu sagen haben: 

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